LONDON, AUG 2018

 

I love London - in meinen Instagram Stories hatte ich euch bereits mit einigen Impressionen über meinen kurzen Aufenthalt versorgt und hoffentlich erkennbar gemacht, wie sehr ich die Stadt und seine Bewohner liebe. Verliebt habe ich mich in meine potenzielle Wahlheimat bei meinem ersten Solotrip vor drei Jahren - dazu habe ich damals einen Traveldoge geschrieben, diesen findet ihr hier. Wie angekündigt gestaltet sich dieser Reisebericht ein wenig anders als gewohnt: Statt den „Were to go’s“ und „what to do’s“ geht es viel mehr um die „why’s“ - den Gründen warum (=why) es sich lohnt alleine zu verreisen und warum ich der Meinung bin, dass jeder mindestens einmal in seinem Leben eine Stadt auf alleinige Faust erobern sollte - wie erfährst du beim Weiterlesen. 

 

 Millenium Bridge - Photo: Jasmin


Ein Partyurlaub mit den Freunden, Camping mit der Familie oder ein Roadtrip mit dem Partner -  gemeinsam Reisen macht Spaß und stärkt den Zusammenhalt. Doch das größte Abenteuer wartet auf dich, wenn du dich traust alleine zu reisen. Warum verteidige ich wie verrückt meine Meinung, dass jeder mindestens einmal in seinem Leben alleine verreist sein sollte? Wer sich traut, auf eigene Faust eine fremde Gegend zu erkunden, wird verändert und glücklicher zurückkommen. Du wirst dich noch besser kennenlernen, dein Selbstbewusstsein stärken und die Freiheit genießen, das zu tun worauf auch immer du Lust hast - just give yourself a try. 

 


 

Wer den DISCONNECTED Beitrag gelesen hat oder mich persönlich kennt weiß, dass ich es bevorzuge persönlich mit Menschen zu chatten statt über What’s App oder Gesichtsbuch. Darum liebe ich es ab und an alleine zu verreisen, da man viel schneller Kontakt zu neuen Menschen aufbaut. Man kommt mit wunderbaren Leuten ins Gespräch, an denen man mit seiner Clique eventuell vorbeigegangen wäre: 

CHRIS


Als ich durch die Brick Lane Märkte spazierte viel mir auf der anderen Seite der Straße dieser lässige Typ auf. Er stand vor dem Laden, rauchte seine Zigarette und groovte zu der Musik, die aus dem kleinen Laden hallte. Seine ganze Erscheinung zog mich sofort in den Bann. Und als er mein verlegenes Grinsen entdeckt hatte, lächelte er zurück, drückte seine Zigarette aus und kehrte mit einem Strahlen zurück in den Laden, woraufhin ich ihm folgte. Ich sah mich im Vintageladen ein wenig um und entdeckte kurzum den coolen DJ Tisch, an dem der noch coolere Typ von eben die Discs jonglierte. Völlig beeindruckt von seiner entspannten Art fotografierte ich ihn dabei. Long story short, wir haben uns mega gut verstanden und ewig viel gelacht, bis ich irgendwann glücklich weiterzog.


 

GIANLUCA


 

An seinem Laden wäre ich beinahe vorbeigezogen und vielleicht hätte ich die Gelegenheit verpasst diesen Gentlemen kennenzulernen, hätte ich nicht meinen Mut gefasst, völlig peinlich wie eine verirrte Touristin den gleichen Weg zurückzulaufen, nur um ihn dann völlig dreist anzusprechen und zu fragen, ob ich ihn nicht fotografieren dürfte. Super freundlich nahm sich der stylische Herr(der Besitzer des Ladens, wie sich mir später klärte) die Zeit sich von mir ablichten zu lassen - von meinem alten iPhone wohlgemerkt. Noch am selben Tag hatte ich sein Bild ohne großartige Retusche in meine Story geteilt und erhielt zahlreiche Nachrichten von  Leuten die ihn kennen und seinen Stil ebenfalls feiern wie ich. Er selbst bedankte sich am darauffolgenden Tag noch einmal ganz herzlich und bat mich, die Bilder für ein Contest verwenden zu dürfen. Ich sendete ihm die Bilder also noch einmal in höherer Auflösung per E-Mail zu - gerade noch rechtzeitig zum Bewerbungsschluss, denn dieser endete noch am gleichen Tag. Seither blieben wir in Kontakt und gestern, etwa 2 Wochen nachdem ich ihm die Bilder geschickt hatte, bedankt er sich erneut für die Bilder und die Worte, die ich über Ihn geschrieben hatte, denn er hatte es geschafft und wurde nun zum Shoot für Men’s Luxury eingeladen!


 

Diese Schönheit und ihren super tollen Stand entdeckte ich im Old Spitalfields Market. Bestimmt stand ich viel zu lange an ihrem Stand, denn ich blätterte durch alle Magazine, vollkommen unberührt was um mich geschah. Der Stand war für mich ein Kollektiv toller Inspirationen aus dem Bereich Fashion, Music und Art. Jedes Heft, das ich öffnete brachte mein Fashionista-Herz zum höher schlagen - sorry Vogue, ELLE und co. das sind echte Gefühle gewesen die mir von euch in letzter Zeit tatsächlich abgegangen sind. Irgendwann kam sie natürlich auf mich zu und fragte mich, ob ich Ihre Hilfe benötigen würde. Die Pointe der Geschichte ist der, dass wir uns noch länger unterhalten haben, als ich Stunden um Stunden wie ein Fangirl durch alle Hefte blätterte!

 

Nicht weit vom Old Spitalfield Market entdeckte ich die Christ Church Spitalfields und war völlig überrascht Leinwand und Beamer statt wie gewohnt kalte Kirchenbänke und Altar aufzufinden. Die Verwunderung stand mir bestimmt ins Gesicht geschrieben, denn keine zwei Minuten nachdem ich die Kirche betreten hatte, sprach mich eine wunderbare Seele an. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, Religion und Glaube im 21. Jahrhundert und sie erzählte mir von den Wundern, die sie erlebt und sogar selbst begangen hatte. Wir begrüßten uns als Fremde und verabschiedeten uns danache wie langjährige Freunde mit einer warmen Umarmung.

 


Ich bin so froh diese und viele andere tolle Menschen auf meinem Solotrip kennengelernt zu haben. All diese Begegnungen, sowie die Zeit allein in London waren für mich ganz allgemein eine wunderbare Bereicherung. Solltest du dich bisher noch nie für einen Solotrip überwinden haben können, weil dich vielleicht die Furcht vor der Einsamkeit davon abhält, kann ich dir nur folgendes weitergeben: 

 

Alleinsein und Einsamkeit sind zwei völlig unterschiedliche Dinge. In der Einsamkeit steckt die Unsicherheit - lerne allein zu sein und du wirst merken, wie fremd dir das Gefühl der Einsamkeit mehr und mehr sein wird. Alleinsein schenkt dir die Auszeit durchzuatmen und abzuschalten. Dich selbst zu reflektieren und zu prüfen, ob dein Status Quo auf dein Zwischenziel ausgerichtet ist und du mit deinem täglichen Handeln deinem Hauptziel Goal näher kommst. Erst wenn wir mit unseren Gedanken alleine sind, können wir Raum für neue Ideen schaffen. Ein Solotrip ist demnach genau das richtige um Energie zu tanken und zu Hause wieder Vollgas zu geben. 

 


Was haltet Ihr von Solo-reisen bzw. wart ihr bisher allein unterwegs? Ich für meinen Teil liebe es wie ihr aus dem Beitrag nun schließen könnt und ich freue mich schon auf den nächsten Trip!

 

Teilt mir gerne mit, wo ihr unterwegs wart und was euch in derjenigen Stadt besonders gefallen hat! An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle, die mich bereits mit tollen Tipps für New York versorgt haben und besonders lieben Dank an meine liebste Londonbekanntschaft Jasmin für die genialen Bilder!

 

 

 

FOLLOW THEM ON INSTAGRAM 

Chris        @chr1stophism

Jasmin     @jas.minze

Gianluca  @hal7474

Magazinstand   @weloveprintlondon